Erinnerung, die das Heute und Morgen bewegen

WEGführung aus der Vergangenheit in die Zukunft

Gedanken über das Erinnern und die Erinnerungskultur

Würzburger Kulturtage 2012 / Martina Jäger und Wolf Tekook

Aufschlussreiches über das Erinnerungsvermögen und die Bedeutung der Erinnerung sind zu finden in geistes-, natur-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Publikationen.

Erinnerungen sind autobiografische Leistungen des Gedächtnisses über bereits stattgefundenen Ereignisse, Episoden und Begebenheiten. Das Erfahrene prägt den Geist des Menschen im unterschiedlichen Maße. Die Konsequenz aus der Erinnerung wird unterschiedlich umgesetzt, bleibt in der Vergangenheit haften oder nimmt Einfluss in die Gegenwart. Die Fähigkeiten zum Detail, Zusammenhänge und Vergleiche zu schaffen, zeitliche Abläufe zu realisieren sind bei den Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Erinnerungen betreffen Einzelpersonen und finden sich auch in Gruppen wieder. Diese Wahrnehmung der Erinnerung ist subjektiv. Erinnerungen sprechen zudem alle Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Tasten und Schmecken) und Gefühle an.

Der Begriff Erinnerungskultur hat meiner Meinung nach keine exakte Definition.

Die schöpferische Leistung eines oder mehrerer Menschen erhält auch wichtige Impulse aufgrund der persönlichen Erinnerung. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit erfährt Wandel in der Persönlichkeit, in der Gesellschaft und prägt Sichtweisen über ein Geschehen. Aktuelles und zukünftiges Zeitgeschehen wird auch einmal Vergangenheit sein.

Ein geistiges Vermögen wird geschaffen, welches sich nicht nur im Wandel einer begrenzten Zeit bewegt. Ein Vermögen wächst, welches sich mit den menschlichen Hintergründen beschäftigen kann. Wecles fragen und Antworten äußert nach den Warum, Wozu und Wohin. Die Wiederkehr negativer Kreisläufe kann durchbrochen werden.

Erinnerungskultur ist auch gepaart mit einem gesellschaftlichen und individuellen Bewusstsein zu weiteren geistigen und gestaltannehmenden Prozessen. Wer in der Erinnerung haften bleibt, wird aus der Geschichte wenig Entwicklung in die Zukunft tragen. Was zählt, ist die weiterführende und weiter geführte Kommunikation und Interaktion, die nicht nur ein unfertiger themenbezogener Dialog sein muss.

Beispielsweise kann der Besuch eines historischen Ortes das gegenwärtige Denken des Besuchers verändern und ihn für das Thema sensibilisieren. (gilt auch für eine Ausstellung, eine Stadtführung, ein Buch, eine Dikumentation….. ) Aber genauso kann ein Denkmal, welches in der Vergangenheit haften bleibt, keine oder wenig Wirkung auf das Jetzt oder die Zukunft haben.

Erinnern wir uns an persönliche Ereignisse, die uns emotional bewegen müssen wir entscheiden, ob in der Erinnung leben wollen der ob die Erinnerung den Impuls gibt, sich oder anderes zu verandern. Die Freiheit den Weg der Erinnerung zu bestimmen , die haben wir, solange wir nicht in Stereotypen denken.

Kultur erinnert, verbindet, schafft Neues

Künste reflektieren, verändern und setzten neue Impulse frei.

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