Ausstellung “Sytemrelevante Kunst” in Paris, Rivoli 59, Oktober 2013

Die Idee zur “Sytemrelevanten Kunst” entstand Mitte 2011 im Zusammenhang einer gesellschaftskritischen ATTAC-Ausstellung von Martina Jäger und Wolf Tekook über Banken und Finanzen.

Ende 2011 eröffneten beide Künstler eine Internetplattform für Künstler, Journalisten und Philosophen, um gemeinsam kulturell und zeitkritisch tätig zu werden. So fanden  bisher Ausstellungen seit 2011 in Würzburg, NY/NJ-USA, Krefeld, Mannheim und  Paris statt. Es ist bereits die dritte Austellung mit der  französischen Künstlerinitiative “Seize Anges”, die Jäger und Tekook vom ARTeam mitorganisiert haben.

www.de.wikipedia.org/wiki/Systemrelevanz

Was ist Systemrelevante Kunst? von Wolf Tekook:

“Hinter dieser Kunstwortanleihe steckt nicht etwa der Versuch, einen Künstlergroßkonzern entstehen zu lassen, dessen Pleite eine Weltwirtschaftskrise auslösen würde. Dafür ist die Kunst – bei aller subjektiven Wertschätzung – zu unbedeutend. Aber wir haben bei dem obigen Definitionsversuch der Systemrelevanz gesehen, worum es denjenigen, denen die Staatengemeinschaften mit so viel Vehemenz und so unendlich viel Geld ihrer Bürger beistehen, NICHT geht: Um das Wohl der Menschen, der Menschheit.

Was die Kunst jenseits des Dekorativen kann: Aufmerksam machen, Missstände aufdecken, die Bürger zum Denken anregen. Es gibt hierfür eine Fülle historischer Beispiele: Wer einmal die Schlachtenszenen aus dem ersten Weltkrieg von George Grosz aufmerksam betrachtet hat, weiß, was der Krieg an Gräueln anrichtet. Grosz beschreibt selbst: „Ich zeichnete Soldaten ohne Nase, Kriegskrüppel mit krebsartigen Stahlarmen … Einen Obersten, der mit aufgeknöpfter Hose eine dicke Krankenschwester umarmt. Einen Lazarettgehilfen, der aus einem Eimer allerlei menschliche Körperteile in eine Grube schüttet. Ein Skelett in Rekrutenmontur, das auf Militärtauglichkeit untersucht wird …“ Otto Dix, dessen karikierende Porträts meist die Menschen zum beifälligen Schmunzeln anregen, zeichnete nach dem Erlebten im ersten Weltkrieg eine bedrückende Serie über die Schrecken des (Gas-) Krieges. Vergleicht man die nach dem zweiten Weltkrieg entstandenen Bilder von René Magritte mit seinen früheren hintergründig- surrealen Arbeiten, so erkennt man den Stil des Malers in dieser angehäuften und herausgeschrieenen Tristesse nicht mehr wieder.

Schafft es die Kunst des beginnenden 21. Jahrhundert auch, über die elfenbeinturmhafte Unverbindlichkeit des rein Formalen, Strukturierten und Informellen hinauszuwachsen und wieder Stellung zu beziehen? Die technischen Möglichkeiten hierzu sind vorhanden, die Themen auch. Man muss sie nur angehen! Das Beispiel des chinesischen Aktionskünstlers Ai Wei Wei zeigt, dass die Weltöffentlichkeit nicht nur am Rande Notiz nimmt von Versuchen, mit Hilfe der Kunst für die Menschen zu agieren, systemrelevant zu werden.

Systemrelevante Kunst ist Kunst, die nicht wegschaut, sich nicht verkriecht, sondern für den Menschen, die Menschheit agiert. Sie kann auf Missstände hinweisen, Lösungsansätze aufzeigen, zu Veränderungen anregen.”

Wolf Tekook – “Safer France”

tekookBei dem von Wolf Tekook gezeigten Triptychon “Safer France” ist Thema die unterschiedliche Sichtweise der Bevölkerung in Frankreich und Deutschland in Bezug auf die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen. Neben dem durch ein Kondom “geschützten” Eiffelturm als Zentralbild zeigt das Bild “Libertinage” vor dem Hintergrund des Brandenburger Tors den lockeren Umgang der Deutschen, während in dem Bild “Moralisme” zwei sich an Händen haltende Frauen vor der Staatsmacht zurückweichen

Martina Jäger – “Germania und Europa”

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Der Kunst-Dialog aus 16 kleinformatigen Gemälden thematisiert Deutschland, Frankreich und Europa. 12 der 16 Werke beziehen ihre Titel auf deutsche Philosophie und Lyrik einer männlich geprägten Kulturgeschichte, wobei die Irone und eine wirbelnde Weiblichkeit das bildgewordene Geschehen bestimmt. Die Verbindung von Vernunft und Emotion. Die Werke sind in Schwarz-Rot-Gold auf Weiß gehalten. Weitere 4 Werke zeigen Europa, Germania und Marianne im bunten Treiben des lustvollen glorreichen nationalen Seins einer Gemeinschaft. Abstraktion mit figurativen Elementen bestimmen den Ausdruck der Arbeit.

weitere Künstler der Ausstellung

Renée Amitai (france – usa), François de Verdière (france), Martina Jäger (allemagne), Sylvie Kaptur-Gintz (france), Alexander Oligerov (france/ russie), Malke (france), BenoitPelier (france), Barbara Rapp (autriche), Isabelle Régnier (france), Peggy Steike (allemagne), Wolf Tekook (allemagne), Roseline Védrines (france)

www.seizeanges.com

www.59rivoli.org

www.systemrelevante-kunst.de

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